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Angezeigtes Thema: 'Mehr-Fahrrad-Fahren'
Beitrag Nummer 3 plus eine Antwort

Legende:  - Infos zur Person  - E-Mail  - Homepage öffnen  - Editieren  - Antworten  - Antw. ohne Zitat
Von: revolutionsound (Rang: Moderator)   Beiträge: 3739
Mitglied seit: 18.02.2002
Geschrieben am: 07.09.2003 um 23:16 (2396 mal angezeigt)   (Aktuell gewählter Beitrag)
Am 2003-09-07 12:58 hat Bodo geschrieben:

Am 2003-09-06 13:51 hat revolutionsound geschrieben:

Die Niederländer machen das recht vorbildlich. Vergleicht man den Prozentanzahl der Fahrten der Fahrradverkehrsteilnehmer in der Stadt Amsterdam mit dem Prozentanteil in München, so ist der Anzahl der Fahrten in Amsterdam beinahe dreimal so hoch wie in München: der Prozentanteil in Amsterdam liegt bei circa 35 Prozent. Sicherlich sind alle Verkehrsmittel wichtig und nicht wegzudenken, aber eine Verschiebung des Modal Split (anteilige Aufteilung der Verkehrsmittel) zugunsten des Fahrrads und vergleichbare Vehikel kommt der Umwelt zugute. Was kann man machen, um das umweltfreundlichere Verkehrsmittel Fahrrad zu fördern?

Man sorgt dafür, daß Strassen für Autos unpassierbar werden (-:

Zum Bleistift. :-> Eine 'fahrradfreundliche Stadt' tuts ja schon. Das Radverkehrswegenetz wird in die Gesamtverkehrsplanung integriert.

Wenn wir uns Holland zum Vorbild nehmen wollen, dann fragen wir uns also, WARUM dort so viel Rad gefahren wird.

Ein gewichter Grund ist sicherlich der, dass die Niederlande von Beginn des grossen Siegeszuges des Autos auch auf den Radverkehr gesetzt hat. Die Planung integrierte stets den Radverkehr. Natürlich ist das schlicht und einfach so eine Art Heimvorteil.

Un sowenig ich überflüssige Autofahrten befürworte: Die Auto-Industrie und Öl-Industrie sind große Arbeitgeber und der Staat verdient endlos Geld über die Mineralölsteuer. Fallen diese Arbeitsplätze weg oder werden in dem Umfang reduziert, in der das Autofahren reduziert werden könnte/sollte, hätte das fatale Folgen für die Staatseinahmen und die Sozialausgaben.

Keine Frage. Jemand sagte mir mal, dass direkt und indirekt jeder sechste deutsche Arbeitsplatz an der Autoindustrie hänge. Das war allerdings vor etwa sieben Jahren. Vermutlich wurde seitdem auch einiges an Produktion aus Deutschland ausgelagert, aber auch in Deutschland neu hingesetzt. Das Auto ist beinahe so etwas wie allgegenwärtig, nicht nur auf der Strasse, sondern in der Werbung, im Film, im Gespräch, als 'Kleidungsstück'. Man könnte sagen: vielfache Funktionalität.

Eine Strategie zielt in die Richtung, Verkehr zu vermindern. Stellt sich fast schon die Frage: Kann sich die BRD weniger Verkehr leisten? Eigentlich eine bizarre Frage. Beinahe schon provozierend.

Daher: Lieber auf umweltfreundliche Autos mit geringem Verbrauch umsteigen als es ganz sein zu lassen.

Vermutlich werden in Holland auf die Bewohner im Schnitt ähnlich viele Autos kommen wie hier. Aber Holland hat anteilig stark weniger Autoindustrie. Das Auto umweltfreundlicher zu gestalten ist somit eine gewichtige Schiene, die in die Verkehrsplanungsstrategien hineingehört.


_________________
Wir leben nicht, wir werden gelebt.

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Antworten:
Von: Bodo (Rang: Moderator)   Beiträge: 2722
Mitglied seit: 13.01.2002
Geschrieben am: 08.09.2003 um 01:43 (2356 mal angezeigt)   ( 1. Antwort auf aktuellen Beitrag)   Diesen Beitrag als Aktuellen nehmen
Am 2003-09-07 23:16 hat revolutionsound geschrieben:

Wenn wir uns Holland zum Vorbild nehmen wollen, dann fragen wir uns also, WARUM dort so viel Rad gefahren wird.

Ein gewichter Grund ist sicherlich der, dass die Niederlande von Beginn des grossen Siegeszuges des Autos auch auf den Radverkehr gesetzt hat. Die Planung integrierte stets den Radverkehr. Natürlich ist das schlicht und einfach so eine Art Heimvorteil.

Es ist nicht so, als gäbe es bei uns keinen Platz zum Radfahren oder als wären die vorhandenen Wege überfüllt. Allenfalls bei der Unterbringung am Zielort (=Parkplatz) bestehen Mängel. Aber das würde sich sicher schnell ändern, wenn mehr fahren würden.


Un sowenig ich überflüssige Autofahrten befürworte: Die Auto-Industrie und Öl-Industrie sind große Arbeitgeber und der Staat verdient endlos Geld über die Mineralölsteuer. Fallen diese Arbeitsplätze weg oder werden in dem Umfang reduziert, in der das Autofahren reduziert werden könnte/sollte, hätte das fatale Folgen für die Staatseinahmen und die Sozialausgaben.

Keine Frage. Jemand sagte mir mal, dass direkt und indirekt jeder sechste deutsche Arbeitsplatz an der Autoindustrie hänge. Das war allerdings vor etwa sieben Jahren. Vermutlich wurde seitdem auch einiges an Produktion aus Deutschland ausgelagert, aber auch in Deutschland neu hingesetzt.

Und mal hypothetisch: Wenn 1/6 der Arbeitsplätze wegfallen würden, hätten wir nicht einfach "nur" 6 Millionen mehr Arbeitslose, sondern wir hätten einen kompletten Zusammenbruch unsere Sozialsystems und würden längerfristig noch weit mehr Arbeitsplätze verlieren, weil der Staat immer mehr Steuern nehmen müßte.


Eine Strategie zielt in die Richtung, Verkehr zu vermindern. Stellt sich fast schon die Frage: Kann sich die BRD weniger Verkehr leisten? Eigentlich eine bizarre Frage. Beinahe schon provozierend.

Ich sage lieber: Warum weniger und nicht das vorhandene verbessern? Laßt uns das Gute behalten (Arbeitsplätze, Mobilität etc.) und das Schlechte (Umweltverschmutzung, Unfälle etc.) wegverbessern.


Vermutlich werden in Holland auf die Bewohner im Schnitt ähnlich viele Autos kommen wie hier. Aber Holland hat anteilig stark weniger Autoindustrie. Das Auto umweltfreundlicher zu gestalten ist somit eine gewichtige Schiene, die in die Verkehrsplanungsstrategien hineingehört.

Und bei der ich einfach nicht verstehe, warum die Hersteller so wenig darauf setzen.

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